Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

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Achim
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Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon Achim » Di 4. Sep 2012, 20:37

Hallo,

wie ich in meinem Vorstellungs-Thread schon geschrieben habe, liebäugele ich mit der Anschaffung einer Hammond XK-3c.
Da ich bisher nur eine Korg CX-3/BX-3 (1. Modell) unter den Fingern gehabt habe, die echte Hammondorgel also gar nicht kenne, würde mich einfach mal eure Meinung zu den Klangunterschieden und last but not least zum Spielgefühl interessieren.

Da für mich eine "echte" aus Platz- und Transportgründen leider nicht in Frage kommt, wäre ich froh, ein Instrument zu haben, dass von seiner Klangvielfalt her näher ans Original kommt als die CX-3. Natürlich auch von der Optik und vom Spielgefühl her. Der Klang wird natürlich auch durch das Leslie geformt. Tips zum Tunen meines Solton-Leslies gibt es hier im Forum ja glücklicherweise.

Zu den generellen Vergleichen zwischen "Echten" und Clones habe ich hier ja schon einiges gefunden :)

Danke schon mal
Achim

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xk-1orgler
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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon xk-1orgler » Di 4. Sep 2012, 22:12

Hallo Achim,

ich habe früher eine XK-1 gehabt. Das ist jetzt natürlich keine XK3c, aber die Sound Engine ist die gleiche - daher erlaube ich mir einfach mal ein Urteil.
Der Grundsound insgesamt ist schon sehr gut. Je nachdem, wie du an den Settings schraubst, kann die Orgel sehr direkt und knackig klingen. Ehrlich gesagt gefiel mir der Sound immer etwas besser als bei den Clavia's. Nicht falsch verstehen - das sind tolle Instrumente und die Orgelsektion ist sehr gut. Jedoch empfinde ich den Grundklang immer als ein wenig "gedeckt".
Vibrato/Chorus empfand ich damals als mittelgut, die Scannersimulation klang etwas künstlich und beim Vibrato abgehackt. Hammond hat da bei der XK3c aber nachgearbeitet, von daher ist diese Aussage nicht unbedingt repräsentativ. Die Lesliesim ist brauchbar, da du aber ein Leslie Clone hast, wird dir das egal sein.
Das Spielgefühl war dank Waterfall-Tastatur nahe am Original, wobei die Tastatur der XK3c etwas "weicher" und weniger "gewichtet" ist als bei der XK-1 (und soweit ich das beurteilen kann auch bei der B3).

Und wie ist nun der Unterschied zum Original? Nun, ein Großteil des Klanges wird sowieso vom Leslie geformt, daher kommt man mit dem Einsatz eines echten Leslie dem Wunschsound immer näher. Zu diesem Vergleich sag ich nicht viel, sondern lass es dich selbst beurteilen bei folgendem Video: klick

Die CX-3 kenne ich persönlich leider nicht, in Anbetracht des Altersunterschieds würde ich den klanglichen Sprung nach vorne aber als groß einschätzen.
Der momentan beste Clone (sofern man sowas überhaupt sagen kann) ist aber die Numa Organ von Studiologic. Hab sie selber schon getestet und muss sagen "Hut ab". Und bei dem Preis könnte man wirklich drüber nachdenken...

Das Nonplusultra wäre natürlich ein Original, aber wenn du sagst, dass es am Platz mangelt... Schon mal über ein kleineres Spinettmodell nachgedacht (M3, M100, L100, P100 etc.)?


Viele Grüße,
Martin
Hammond M-101, Bj. 1963
Leslie 251
Hammond M-100, in Arbeit

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HelmutN
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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon HelmutN » Mi 5. Sep 2012, 07:36

Hallo Achim,

die CX3 ist eine eigenständige Orgel, ihr Sound hat mit Hammond nur bedingt zu tun, auch wenn Korg seinerzeit einen portablen Hammondclone bauen wollte. Ich selber habe vor Jahren eine CX3 im Einsatz gehabt und erst letztens habe ich bei zwei Sessions wieder auf einer alten CX3 gespielt, einmal mit der internen Lesliesimulation und das zweite Mal über den Ventilator von Neo Instruments.

Einer Hammond ähnlich ist das Zugriegelkonzept, sonst aber wie erwähnt hat sie einen eigenen Klang, der i. ü. nicht schlecht ist, es muss einem halt gefallen. Am meisten fehlen mir das Hammond-Vibrato (Scanner) und auch die typische Percussion. Auch beim Vollen-Werk Sound war nicht die übliche Brillianz vorhanden. Also wer eine Komboorgel schlechthin sucht, ist mit der CX3 nicht am schlechtesten bedient. Bei den alten Modellen allerdings sind Reperaturen und Ersatzteile mittlerweile ein Thema.

Ordentliche Hammond-Clones gibt es mehrere. Ein Grundsatzentscheidung ist, suche ich eine Orgel oder ein Keyboard mit Orgelklang. Eine Orgel hat m.M.n. zwei Manuale und evtl. sogar einen Fußbass, das andere sind einmanualige Instrumente.
Bei den Orgeln wären folgende zu nennen:

Hammond Suzuki XK3C, eine gut klingende Orgel, die zweimanualig ausgebaut werden kann. Die Lesliesim ist gut, Tastatur gut. Nachteil der hohe Preis

Nord C2 (älter die C1) evtl. C2D - ebenfalls eine gut klingende zweimaualige Orgel. Die C2D dann auch mit "Zugriegeln". Lesliesimulation ist gut. Tastatur gut. Gutes Preis/Leitungsverhältnis. http://www.nordkeyboards.com/main.asp

KeyB2 - der für meine Begriffe beste Hammond Clone. Preislich zwischen Nord und Hammond Suzuki, Nachteil sehr kleine italienische Firma, die öfters Lieferschwierigkeiten hat. Aber klanglich top und auch was Bedienung aund Tastatur-Feeling anbelangt, ganz nahe an der Hammond B3. http://www.keyborgan.com/

Zur Hammond SK Serie kann ich nichts sagen.

Keyboards:
Numa - besitzt die gleiche Soundengine wie die KeyB2. Sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Sehr gute Lesliesim, gute Tatstatur. M.M.n. die beste einmanualige "Orgel". http://rockshop.de/produkt-1075287-1-Fa ... ORGAN.html

Nord Stage/Elektro - hier gilt ähnliches beim Sound wie bei der C2, unterschiedlich allerdings sind die Tastaturen weil diese Instrumente neben dem Orgeklang auch sonst noch andere sehr gute Klangfarben haben.

Hammond Suzuki XK-Serie, da hat Martin auch schon was dazu geschrieben, die XK3C ist sicherlich auch einmanualig ein sehr gutes Instrument.

Ebenfalls kann ich nichts zu den Roland VK Instrumenten sagen.

Soviel fürs Erste
Gruss Helmut

Achim
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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon Achim » Fr 7. Sep 2012, 21:20

Hallo Martin, Hallo Helmut,

vielen Dank für eure ausführlichen Einschätzungen und Tips...!

Martin, das Video von Jim Alfredson kannte ich bereits und ich finde es interessant, dass er sagt, dass die XK-3 "out of the box" nicht ihr volles Potential entfaltet, sondern man hier noch einiges tunen kann. So erwähnt er ja auch die individuell einstellbaren Tonewheel-Settings. Ich weiß allerdings von meinen Sound-Programmierversuchen auf dem DX-7, dass solche Arbeiten viel Geduld und Fingerspitzengefühl verlangen. Wohl eher etwas für lange, dunkle Winterabende ;-)

Aber ich denke, dass man hier doch sehr viele Möglichkeiten hat, am Sound zu basteln und weiss nicht, ob die anderen Clones etwas vergleichbares bieten können.

Ich weiß, die Spinettmodelle nehmen weniger Platz weg und sind wohl auch relativ günstig zu haben. Vielleicht teste ich mal eines.

Zum Glück habe ich ab Mitte nächster Woche Urlaub und kann dann endlich mal nach Kornwestheim fahren. Die haben da neben der XK-3c wohl auch elektromagnetische Hammonds stehen.

Helmut, interessant ist, dass du schreibst, dass die CX-3 eigentlich nicht als Hammond-Clone zu betrachten ist. Du kennst im Gegensatz zu mir natürlich den direkten Vergleich. Wenn ich früher den Sound der CX-3 mit den Sounds auf meinen Platten verglichen habe, hatte ich immer den Eindruck, dass die CX-3 ganz gut für härteren Rock geeignet ist, da sie ja schon Druck hat, erst recht, wenn man sie etwas anzerrt. Dafür scheint sie für eine nuanciertere Spielweise, wie ich sie z.B. von Jazz-Aufnahmen her kenne, nicht so gut geeignet zu sein, da sie etwas "grob" klingt. Aber das ist vielleicht nur meine subjektive Einschätzung.

Die Numa-Organ klingt auf den Videos ja auch ganz gut, auch wenn sie mir optisch nicht so gut gefällt. Habt Ihr eine Ahnung, wo man die mal antesten kann?

Viele Grüße
Achim

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HelmutN
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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon HelmutN » Sa 8. Sep 2012, 07:22

Hallo Achim,

die Numa steht beim Rockshop in Karlsruhe. Ob in Kornwestheim alte Tonradorgeln stehen weiss ich nicht. Denn als ich dort war, gab es nur einen B3-Chop samt 145er Leslie da. Allerdings war diese Kombination (aus dem Hammondcenter Kornwestheim) auch mal in ebay mit einem unglaublich guten Preis, demzufolge war das Angebot nicht lange in ebay drin. Aber genaues weiss ich nicht.

Noch eine Anmerkung zur XK3, ja es gibt es eine ganze Reihe von Einstellmöglichkeiten, angefangen vom Tonradsatz bis zur Percussion und auch Leslieparameter kann man einstellen. Toll - nur die Orgel soll einfach nur so klingen wie eine gute alte Hammond. Und wenn andere Hersteller dies bieten (z.B. KeyB2 oder Numa) dann brauch ich den Einstell-Schnick-Schnack nicht. Aber auch Nord bietet etliche einstellbare Parameter, viel Gebrauch habe ich dennoch nicht gemacht.

Und noch eine Anmerkung zur CX3. Sie hat wie ich oben bereits schrieb einen etwas anderen Klang als die Hammond, die Frage ist lediglich was ich persönlich haben möchte, für Hammondpuristen ist sie eher nicht geeignet. Manfred Mann hat(te) diese Orgel bei seiner Earth Band auch im Einsatz.

Gruss Helmut

Achim
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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon Achim » Sa 8. Sep 2012, 09:28

Hallo Helmut,

wahrscheinlich sehe ich das ganze zu "technisch", aber ich dachte eben, dass diese Vielzahl an Parametern es ermöglichen würden, einen Clone wie eine "alte" klingen zu lassen, die ja aber sicherlich aufgrund von Mechanik, Bauteil-Toleranzen und Alterung auch nicht alle gleich klingen.
Vielleicht sollte ich mich da eher auf mein Gehör verlassen, aber dazu muss ich halt mal etwas antesten, wozu ich hoffentlich demnächst ewas Zeit finden werde.

Danke und Gruß
Achim

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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon Alibaba100 » Mo 10. Sep 2012, 10:23

Hi Achim,

ich hatte jahrelang eine BX3 im Einsatz. Mit Dynacord CLS 222 LeslieSim. Der Klang ist nicht übel. Die Percussion ist etwas "komisch" und die Vibratoeinstellungen seifig (farfisamässig....).
Ich hatte die Orgel gebraucht von Hazy Osterwald erstanden und musste eine Taste ersetzen. Als ich sie nach 10 Jahren ins Keyboard setzte, war die Resonaz riesig. Der erste Anrufer erhielt den Zuschlag. Ich hatte noch mehrere Interessenten, die mir die Orgel auch zu höheren Beträgen abgenommen hätten. Bis hin zum doppelten Preis....Also war das Ding gesucht...
Danach habe ich mir eine Roland VK 7 zugelegt. Mit ein paar kleinen Änderungen am Setup tut es das Ding bis heute. Ich spiele über den Ventilator und das rotzt ganz gut.

Bei Session in Walldorf kann man die Numa auch spielen sowie die Hammond SK2 (klingt gut).

Viele Grüße

Wolfgang
Hammond A100, Leslie 145, UHL X3-2
Roland VK 7, Ventilator I,
Doepfer LMK I, Studiologic SL-990 Pro, Yamaha akustisches Klavier
Midi: Kurzweil Micro Ensemble, GEM Real Piano, GEM RP-X
2 x Laney KB 80 und viele Kabel....

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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon HobbyOrgler » Mo 10. Sep 2012, 14:07

Hallo,

ich habe mir eine "Mini B3" aus XK-3C plus Untermanual, Holzgestell und Vollpedal gekauft.

Achim hat geschrieben:Martin, das Video von Jim Alfredson kannte ich bereits und ich finde es interessant, dass er sagt, dass die XK-3 "out of the box" nicht ihr volles Potential entfaltet, sondern man hier noch einiges tunen kann. So erwähnt er ja auch die individuell einstellbaren Tonewheel-Settings. Ich weiß allerdings von meinen Sound-Programmierversuchen auf dem DX-7, dass solche Arbeiten viel Geduld und Fingerspitzengefühl verlangen. Wohl eher etwas für lange, dunkle Winterabende ;-)


Die Einstellungen von Jim Alfredson kann man vom ihm per Email oder von der Yahoo Hammond-Group Seite als Word-Dokument bekommen.
In einer knappen halben Stunde waren die Werte abgetippt und die Orgel klingt um Welten besser als Out-Of-The-Box.

Viele Grüße
Rüdiger
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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon Achim » Do 13. Sep 2012, 08:56

Hallo Wolfgang,

das wundert mich, dass die BX3 so begehrt ist/war. Wann hast du sie denn verkauft...? Was mir an der CX3/BX3 immer missfallen hat, ist die billige Tastatur, der (bei der CX3) fehlende Chorus/Vibrato und die nach heutigen Massstäben bescheidene Leslie-Sim... Ich würde natürlich trotzdem versuchen, sie zu verkaufen, wenn ich mir eine andere zulegen sollte. Aber ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, ob sie noch funktioniert, da ich in den letzten Jahren nur Klavier gespielt habe... Ersatzteilmässig sieht es da wohl eher schlecht aus.

Die Numa habe ich inzwischen getestet.

Viele Grüße
Achim
Zuletzt geändert von Achim am Do 13. Sep 2012, 10:05, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Korg CX-3 (alt) versus Hammond XK-3c

Beitragvon Achim » Do 13. Sep 2012, 08:59

Hallo Rüdiger,

danke für den Tip. Sollte ich mich für die XK-3/XK-3c entscheiden, wäre das natürlich eine Option...

Viele Grüße
Achim


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