Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

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747er
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Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

Beitragvon 747er » Di 1. Dez 2015, 11:30

Moin!

Ich möchte gerne Hammond spielen lernen, aber weiss nicht, wie man das am besten anfängt.. Es scheint ja kaum Lehrer dafür zu geben, und in meiner Ecke scheinbar gar keine, Lehrbücher konnte ich bisher auch keine finden.. Das einzige, was ich finden konnte, war das Angebot, den kleinen Orgelschein zu machen und dann Kirchenmusiker zu sein. Klar ist auch die Sakralorgel ein tolles Instrument, aber es ist nicht, was ich will... Wobei ich mich aber frage, ob mir das nicht doch was bringen würde, für die Hammond..

Zu meinen Vorkenntnissen: ich hab in meiner Kindheit mal auf einem Keyboard rumgeklimpert, aber nie richtig spielen gelernt. Später war ich mal Bassist in einer Schulband. Klavier kann ich auch nicht spielen, und Notenlesen sehr schlecht.. Das dürfte nicht ideal sein, ich weiss..

Aktuell habe ich auch keine Hammond, bin mir da unsicher, was für mich ideal wäre... B3 werd ich mir nie leisten können.. Mein Preisrahmen liegt bei 1500-2000€.

Falls ihr mir helfen könnt, sag ich schonmal danke!

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HelmutN
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Re: Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

Beitragvon HelmutN » Di 1. Dez 2015, 17:01

Hallo Jason,

ganz wichtig bei der Suche nach einem Lehrer ist ja der Standort. Du hast geschrieben Schleswig Holstein, nur so klein ist Euer Bundesland ja auch nicht. :o Aber ohne Frage die Suche nach einem Lehrer für Hammond ist erheblich schwieriger als nach einem Keyboard-Lehrer.
Und aufgrund der Entfernung kenne ich persönlich niemanden, der dafür in Frage käme. Es gibt diese Seite http://www.musik-unterricht.de/ vielleicht hast Du ja Glück.
Was nun die Orgel anbelangt, das scheint einfacher zu gehen :D :
Eine erste Entscheidung wird sein, ob es eine Tonradorgan (Hammond) sein soll, oder ob auch Clones in Frage kommen. Klar eine richtige Hammond ist etwas anderes als jeder Clone, aber Clones haben nicht nur Nachteile. Eine große Hammond (B3/C3/A100) sind in dem von Dir genannten Preisrahmen nicht zu haben. Blieben die etwas kleineren Orgeln (Spinettorgeln), wie M3, M100, L100 oder auch die T-Modelle. Die liegen preislich durchaus im Rahmen, wobei die beiden interessantesten, die M3 und M100 je nach Zustand schon mal bis 1 T€ kosten, sie beginnen zumeist ab € 500. Sie besitzen beide ein eingebautes Lautsprechersystem, ein Leslie allerdings fehlt. Leslie beginnen auch bei € 600 (760/770) bei den Röhrenöleslies geht es meistens erst bei 1 T€ los. Aber Orgeln und Leslie sind alles alte Geräte und so wird auch manche Reparatur kommen.
Diese Spinettmodelle haben auch eine Fußbass, wenn auch kein Vollpedal sondern Stummelpedale, die aber zunächst ausreichen.

Bei den Clones gibt es mittlerweile etliche Hersteller, die so etwas anbieten: Hammond-Suzuki (z.B bei Thomann und anderen), keyB (http://www.keyborgan.com/), Uhl (http://uhl-instruments.com/), das sind die drei, die für meine Begriffe am besten klingen und zwar in umgekehrter Reihenfolge. Die "keyb2 Live" war zumindest mal unter 2 T€, allerdings gestaltet sich der Support manchmal etwas schwierig. Die anderen beiden sprengen alle etwas Dein Budget. Die Uhl kostet ca. € 2.600 und sie klingt sehr gut. Hammond ist am teuersten, Ausnahme die SK Modelle, die ich aber noch nie gespielt habe und deswegen nichts dazu sage.
An diese Orgeln lassen sich Baßpedale anschließen, das kostet aber extra. Auch wenn mancher hier jetzt widerspricht, man kann den Bass auch mit der linken Hand spielen, ein prominentes Beispiel sei hier genannt, Jonny Henderson, der hier im Video zwar eine Miditastatur für den Bass verwendet, das geht aber auch ohne zus. Tastatur: https://www.youtube.com/watch?v=-6n5uKa3Ucg Solo so ab 4:20
Ein mechanisches Leslie ist bei den Clones nicht dabei aber sie verfügen über sehr brauchbare Lesliesimulationen. Soundbeispiele zu den Clones findet man im Netz.

Soviel mal für erste
Gruss Helmut

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747er
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Re: Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

Beitragvon 747er » Mi 2. Dez 2015, 11:57

Die Uhl klingt von der Beschreibung her wirklich gut! Über die SK2 bin ich auch schon gestolpert, vielleicht findet sich ja noch jemand, der mehr zu ihr sagen kann.

Klar wäre eine echte Tonewheelorgan ein Traum, aber aktuell nicht machbar. Vielleicht irgendwann, erstmal anständig spielen lernen.

Ich wohne in Arnis, für mich wäre Kiel oder Flensburg auch möglich, sollte es da wen geben, der mir spielen beibringen kann.

Muss man eigentlich zwangsläufig vorher Klavier spielen können? Das fordern zumindest die Kirchenmusiker, wenn man diesen Kurs machen will.

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HelmutN
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Re: Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

Beitragvon HelmutN » Mi 2. Dez 2015, 16:29

Thema Klavier als Voraussetzung zum Orgelspielen, definitiv nein. Es ist aber nie verkehrt, wenn man Klavier spielen kann, nur eine Hammond ist ein komplett anderes Instrument.
Viele von uns haben irgendein Tasteninstrument erlernt (ich z.B. Akkordeon) und das Orgelspielen haben sich viele hinterher selber beigebracht. Das ist sicher nicht optimal aber immer noch besser, wie nichts zu tun.

Gruss Helmut
Hammond B3-Chop + Leslies (770, 145, 760 mit Reussenzehn Organ Amp)
Wurlitzer 200A + 73er Rhodes
sonstiges: HX3, Viscount Legend Solo, Yamaha CP73, Ventilator
http://www.youtube.com/channel/UCfVWFVLWoGt9Kj9CC4AE6_Q

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xk-1orgler
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Re: Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

Beitragvon xk-1orgler » Mi 2. Dez 2015, 22:44

Hallo Jason,

Helmut hat vollkommen recht. Klavier spielen können ist keine Voraussetzung, um sich an der Orgel zu versuchen. Als erstes solltest du dir ein passendes Instrument besorgen - das ist in meinen Augen der Ausgangspunkt. Ohne den richtigen Sound und die Haptik (Zugriegel...) macht es nur wenig Sinn.

Ich habe damals mit der B4 software von Native Instruments angefangen, einfach weil ich zufällig darüber gestolpert bin. Mangels Equipment habe ich die Orgel dann über ein altes MIDI Keyboard und meinen Schlagzeug-Monitor auf dem Fußboden sitzend gespielt. Das war zwar immer etwas frickelig, wenn man Leslie und Zugriegel mit der Maus bedienen musste, hat mir aber den richtigen Sound geliefert und beim Grundverständnis für das Instrument sehr geholfen. Nach ein paar Jahren hab ich dann in eine gebrauchte Hammond XK-1 investiert. Darauf folgte ein Leslie clone, der später modifiziert wurde - und nun bin ich bei einer M100 mit Leslie 251 gelandet. Du siehst, es ist also auch durchaus denkbar, sich langsam an seinen Traum B3 heranzuarbeiten.

Und wie ich schon bei der Vorstellung geschrieben habe: wenn du schon mal ein Instrument gespielt hast, kann dir das erlernen der Orgel leichter fallen, eben weil du schon ein Gefühl für Akkorde und Harmonien und Rhythmus sowieso hast. Ich hatte nie einen Lehrer für Keyboard oder geschweige denn Orgel. Ich hab einfach zu meiner Lieblingsmusik geklimpert. Und das hat dann irgendwie geklappt. :)
Also fühle dich ermutigt es einfach selbst mal zu probieren!

Viele Grüße,
Martin
Hammond M-101, Bj. 1963
Leslie 251
Hammond M-100, in Arbeit

hoaxel
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Re: Hammond spielen lernen-- wie am besten anfangen?

Beitragvon hoaxel » Di 22. Dez 2015, 12:26

HX§ Expander, 2 gebrauchte 61 er ungewichtete Midi keyboards, 2 Aktivboxen und Minimischer von Th.. dann hast Du ohne gebastel einen amtlichen Sound, Zugriegel , eine gute Lesliesim für unter 1500. und ev noch in den Keyboards einen klavierähnlichen Sound.
ich hab ja nun selber nach 40 Jahren wieder Unterricht,und muß sagen, das für den Schlechtnotisten das Piano insofern sehr hilfreich ist, das man beim Spiel nach Akkordsymbolen sich die Sachen besser zusammensuchen kann, solche schönen x#57#9 und dann auf der Orgel schaut, welche Töne wegzulassen sind, damit es kein Matsch wird, sondern klingt.Spieltechnik ist natürlich die andere Seite,da gibts auch im Netz ne nette Serie von Keith Appleton You tube
"Der Mensch hat neben dem Trieb zur Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften:
Krach zu machen und nicht zuzuhören." Kurt Tucholsky
Bei Klinks Tagebuch geklaut. Hat aber was.


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